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Mineralguss oder Keramik

« Die große Waschbecken Frage »

Zähne putzen, rasieren, Hände waschen, schminken und frisieren – das Waschbecken wird von allen Sanitärobjekten am häufigsten benötigt. Zwei sehr beliebte und in ihren Eigenschaften stark unterschiedliche Materialien sind Mineralguss und Keramik. Obgleich diese Bezeichnungen häufig bekannt sind, bleibt oft Ratlosigkeit bezüglich ihrer Vor- und Nachteile zurück. Wir klären auf!

Waschtisch und -becken – wichtiger als oft gedacht

Da das Waschbecken das am häufigsten frequentierte Sanitärobjekt ist, sollte ihm auch bei der Gestaltung eine wichtige Rolle zukommen. Es wird gesehen, berührt und ist nicht selten Ärgernis, wenn es um die Reinigung geht. Damit Waschtisch und -becken für möglichst wenig Frust sorgen und stattdessen das Gemüt positiv beeinflussen, sind zahlreiche bekannte Designer und Hersteller wie beispielsweise Catalano und Sanipa stets auf der Suche nach den idealen Materialien und Produkten.

Größe, Form, Farbe und Materialien werden ausprobiert und in Hinsicht auf ihre positiven und negativen Eigenschaften kritisch bewertet. Vor den besten Produkten der Designer und Hersteller steht dann der Kunde und muss nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen auswählen. Um diesen Entscheidungsprozess zu vereinfachen, ist es von Vorteil, die Materialeigenschaften zweier sehr häufiger Materialien für Sanitärobjekte zu kennen. Schließlich handelt es sich oft um die Frage nach Mineralguss oder Keramik.

Mineralguss – ein Material voller Formenvielfalt

Mineralguss ist ein kostengünstiges Material, welches aus Quarzsand sowie -kies und feinem Gesteinsmehl hergestellt wird. Epoxidharz verbindet die trockenen Edukte miteinander und lässt eine zähflüssige Mischung entstehen, die dann, ohne erhitzt zu werden, in alle nur denkbaren Formen gegossen werden kann. Das auch als Marmorguss bekannte Material wird unter Rüttelbewegungen in die Gießform eingebracht, sodass keine Lufteinschlüsse entstehen.

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Da es sich um ein homogenes Produkt handelt, sind kleinere Kratzer kein Problem, denn ähnlich wie bei Massivholz wird einfach die beschädigte Oberfläche abgetragen und anschließend erneut versiegelt.

Sanipa als Innovationsführer

Sanipa, eine Tochter von Villeroy & Boch, kreiert seit rund 40 Jahren aus dem zukunftsträchtigen Material Mineralguss Waschbecken. Designtechnisch ist der Innovationsführer in Sachen Mineralguss-Verfahren vielseitig.

© Photographee.eu / Fotolia.com
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Die Herstellung ermöglicht nicht nur eine schnelle Fertigung, sondern auch eine sehr große Formenvielfalt, extrem kleine sowie auch sehr große Waschbecken.

Vor- und Nachteile

Aufgrund seines geringen Gewichts können aus Mineralguss Waschbecken auch an Zwischenwände in Leichtbauweise montiert werden. Dennoch handelt es sich keinesfalls um ein minderwertiges oder gar sprödes Produkt.

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Ganz im Gegenteil: Mineralguss ist sehr bruchsicher und belastbar. Während Sanitärkeramik durch den Aufprall eines schweren Objektes zerspringen kann, widersteht Mineralmarmor diesen Kräften. Es bildet sich nur ein Kratzer, der häufig sogar mit einfacher Politur wieder verschwindet. Dennoch hat das strapazierfähige Material natürlich auch Nachteile, denn da es weicher ist als Sanitärkeramik, bilden sich Kratzer schneller, die auf der ansonsten makellosen, glatten Oberfläche besonders ins Gewicht fallen.

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Auch bei Hitze und Chemikalien ist Vorsicht geboten. Maximal 70°C heißes Wasser wird vertragen, sonst können die entstehenden Zugkräfte einen irreparablen Sprung verursachen. Bei der Reinigung und auch beim Gebrauch von Haarfärbemitteln ist ebenfalls zur Vorsicht geraten. Die verschiedenen, nicht durch Hitze verbundenen Edukte und das Harz reagieren unterschiedlich auf Chemikalien und so ist ein Färben oder Tönen bzw. das Eindringen von Reinigungsmitteln nicht ausgeschlossen. Auch Kalk und Rost, wie er durch ältere Wasserleitungen manchmal zu Tage gefördert wird, kann unschöne Verfärbungen verursachen.

Keramik – Tradition aus gutem Grund

Für Keramik sind die Ausgangsprodukte kostenintensiver und auch das Herstellungsverfahren benötigt mehr Energie und Zeit. Der traditionelle Rohstoff besteht aus Kaolin, welches auch als Porzellanton bekannt ist, Feldspat und natürlich Quarz. Obwohl im Volksmund Keramik und Porzellan häufig gleichgesetzt werden, gibt es viele Unterschiede.

© tashka2000 / Fotolia.com
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Für Sanitärkeramiken werden zwei Anteile des Porzellantons mit einem Anteil Feldspat und vielen weiteren Rohstoffen verbunden. Erst im Brennprozess verbinden sich diese und lassen ein sehr festes Endprodukt entstehen. Da die Edukte sehr teuer sind, werden minderwertige Sanitärprodukte häufig anstelle von Kaolin mit Kreide oder anderen Tonarten gefertigt. Dies verändert jedoch nicht nur die Optik, sondern auch ihre Eigenschaften.

Catalano – Zunehmend beliebt auf dem deutschen Markt

Seit 1967 kreiert Catalano, ein Hersteller hochwertiger Produkte, aus Keramik Waschbecken, die auch den deutschen Markt zunehmend erobern.

Italiens Nummer 1 ist mit dem bei uns schon immer so beliebten, italienischen Flair, der in vielen Kollektionen der Marke sichtbar wird, auf dem richtigen Weg.

Pro und Contra

Wenn aus Keramik Waschbecken hergestellt werden, wünschen sich die Kunden nicht nur ein extrem hartes Produkt, sondern auch eine ganz andere Haptik. Denn Keramik ist nicht vollständig glatt, sondern weist stattdessen kleinste Unebenheiten auf, die viele Personen als wärmer und wohnlicher empfinden als den extrem glatten Mineralguss.

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Doch auch in punkto Reinigung und Langlebigkeit führen die altbekannten keramischen Produkte. Der Kunde braucht weder spezielle, schonende Reinigungsmittel noch sind irreversible Folgen durch Kalk, Rost und Haarfärbemittel zu erwarten. Kratzer entstehen nur selten, sodass auch raue Schwämme zum Einsatz kommen dürfen. Auch kochendes Wasser verträgt das Material problemlos.

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Der große Nachteil ist jedoch, dass bei aller Widerstandsfähigkeit ein einmal vorhandener Kratzer nicht wieder entfernt werden kann. Zudem ist Vorsicht geboten, denn fällt ein schweres Objekt ungünstig auf die Sanitärkeramik sind Abplatzungen oder Risse denkbar.

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Auch in speziellen Wohnsituationen ist aufgrund des höheren Eigengewichts der Produkte zur Vorsicht geraten. Die gestalterischen Möglichkeiten scheinen mit Mineralguss variabler zu sein. Dies interessiert allerdings letztendlich wenig, wenn das passende Modell ohnehin gefunden wurde. Auch die Möglichkeiten mit Keramik sind nicht gerade klein.

Ein Für und Wider – die Entscheidung fällt schwer

Beide Materialien zeichnen sich durch eine Vielzahl positiver Eigenschaften aus und machen dem Kunden die Entscheidung schwer. Besonders in hoch frequentierten Bereichen, in denen vielleicht auch Kinder am Waschbecken hantieren, kann der Mineralguss aufgrund seiner Bruchsicherheit punkten. Für Liebhaber historischer und dennoch hochwertiger Produkte ist Keramik häufig immer noch konkurrenzlos in ihrem Erscheinungsbild.